Unterschied zur Pflichtvorsorge, rechtliche Grundlagen und was Arbeitgeber beachten müssen.

Andreas Bell
Fachkraft für Arbeitssicherheit
SiFa nach DGUV V2, IHK-geprüft
Kurz & klar
Eignungsuntersuchungen sind Pflicht bei bestimmten Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen, z. B. Fahrzeugführer, Arbeit in der Höhe oder mit Gefahrstoffen. Anders als Vorsorgeuntersuchungen dienen sie dem Schutz Dritter und sind vom Arbeitgeber zu veranlassen.
Beispiel
Fahrer, Höhenarbeiter
Kosten trägt
Arbeitgeber
Rechtsgrundlage
ArbMedVV
Wiederholung
je nach Tätigkeit
Eine Eignungsuntersuchung prüft, ob ein Mitarbeiter körperlich und geistig in der Lage ist, eine bestimmte Tätigkeit auszuüben. Sie ist klar von der arbeitsmedizinischen Vorsorge zu unterscheiden und unterliegt strengen rechtlichen Anforderungen. Viele Arbeitgeber verwechseln beide Instrumente – mit teils erheblichen rechtlichen Konsequenzen.
Eignungsuntersuchungen dürfen nicht mit arbeitsmedizinischer Vorsorge verwechselt oder vermischt werden. Eine unzulässig angeordnete Eignungsuntersuchung kann als Persönlichkeitsrechtsverletzung gewertet werden.
| Merkmal | Eignungsuntersuchung | Arbeitsmed. Vorsorge |
|---|---|---|
| Zweck | Eignung für Tätigkeit feststellen | Gesundheit schützen |
| Ergebnis geht an | Arbeitgeber (geeignet/nicht geeignet) | Nur an Mitarbeiter |
| Rechtsgrundlage | Spezialgesetze (z. B. FahrerlaubnisV, LuftVZO) | ArbMedVV |
| Kosten trägt | Arbeitgeber | Arbeitgeber |
| Pflicht? | Nur bei gesetzlicher Grundlage | Ja, nach ArbMedVV |
Eine Eignungsuntersuchung ist nur zulässig, wenn eine spezifische gesetzliche Grundlage existiert. Typische Beispiele:
Bei einer Eignungsuntersuchung erhält der Arbeitgeber nur die Information „geeignet" oder „nicht geeignet" – keine medizinischen Details. Der Arzt unterliegt der Schweigepflicht. Diagnosen, Befunde oder Krankheiten dürfen nicht weitergegeben werden.
Eignungsuntersuchungen sind ein wichtiges Instrument für sicherheitskritische Tätigkeiten – aber nur dort, wo eine gesetzliche Grundlage besteht. GBS berät Sie, welche Untersuchungen für Ihre Tätigkeiten erforderlich sind.
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